Lieblinks 29/2016

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Ein toller Kurzfilm, spannend, ans Herz gehend, geheimnisvoll, das ist GEIST von Giant Animation Studios, und daraus stammt auch das Artikelbild heute.

GEIST from Giant Animation Studios on Vimeo.

Demnächst gibt es wieder ein paar mehr Links zu Design und Typografie, aber die heutigen Lieblinks drehen sich nur um die Kunst und die Farbe.

Letztens hatte ich hier die Kunst von Van Goghs und Leonardos, die das Amsterdamer Rijksmuseum und Buckingham Palace freundlicherweise kostenlos zum Download und Studium zur Verfügung stellten, diese Woche folgt das New Yorker Metropolitan Museum of Art mit Van Goghs Zeichnungen. Man kann sie sich online anschauen, als PDF ebook herunterladen oder als print-on-demand Katalog bestellen (für die KünstlerInnen unter Euch wird die letztgenannte Version bei 240 $ plus Versandkosten nach Europa wohl ein unerschwinglicher Traum bleiben …). – Gefunden habe ich den Link übrigens über eines meiner Lieblingsblogs in Sachen Kunst, Lines and Colors, das ich Euch hiermit ans Herz legen möchte.

Wir bleiben in der Kunst und schauen uns den sehr schrägen Fall eines Künstlers an, der gerichtlich beweisen soll, dass er ein Bild NICHT gemalt hat. Was wie ein Klassiker aus der „alle bekloppt“-Abteilung klingt, hat einen ernsten Hintergrund: Ein Sammler hat dem Künstler Peter Doig ein Bild gezeigt, das stilistisch und technisch gesehen durchaus von ihm stammen könnte und das er angeblich als junger Mann gemalt haben soll. Der Künstler, dessen Werke inzwischen im hohen sechsstelligen Bereich gehandelt werden, erkennt das Bild nicht als seines an, nahm allerdings in seiner fraglichen Jugendzeit LSD und der Besitzer will nunmehr gerichtlich klären lassen, ob das Bild nicht doch von Doig stammt. Der erstaunliche Teil ist, dass ein Gericht die Klage überhaupt zugelassen hat – wie beweist man schliesslich ein Negativum? Die USA erweisen sich einmal mehr als das Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

Kommen wir zu einem meiner Lieblingsthemen: Aquarellfarben (bzw. Farben überhaupt). Der Markt scheint gesättigt, es gibt unzählige grosse Hersteller, die, teils seit Jahrhunderten, hochwertige Künstlerfarben anbieten. (Ich selbst arbeite zu etwa 40% mit Schmincke Horadam, 30% Sennelier, 20% Winsor & Newton und der Rest meiner Tuben verteilt sich auf Daniel Smith, M. Graham, Blockx, Kremer und andere. Bei Interesse drösele ich das – und die Unterschiede und worauf man achten sollte beim Kauf – gerne mal ausführlicher auf, vielleicht auch im Video.)
Jetzt gibt es eine kleine, neue belgische Firma namens Lutea und die macht sehr spannende Sachen: Farben, nur aus Pflanzen (und einem Insekt) gewonnen. Die Farbpalette ist sehr begrenzt (Lutea hat 12 Farben, etwa 10% dessen, was die grossen Mitbewerber anbieten) und die Farben sind unfassbar teuer, sie kosten etwa das drei- bis vierfache von dem, was man normalerweise für eine Tube bezahlt. Daher kann ich noch nichts dazu sagen, wie brauchbar ich sie finde – aber der englische Künstlerbedarfshändler Jackson’s schreibt auf seinem Blog “We recommend storing Lutea Watercolours at a temperature below 25° Celsius, as these organic and living watercolours are delicate and must be kept away from heat sources with tubes properly closed after usage.” Das zumindest dürfte in Hamburg kein Problem darstellen.

Das schwärzeste Schwarz stellt die britische Firma Surrey Nanosystems her, es heißt Vantablack und wurde – man ahnt es – für militärische und Raumfahrtzwecke erfunden. Wer auf dieses Schwarz schaut, schaut in ein schwarzes Loch. Und der einzige Künstler auf der Welt, der es benutzen darf, ist Anish Kapoor. Der Guardian fragt nun zu Recht: Can an artist ever really own a colour? Andere Künstler haben bereits protestiert, wie ungerecht das sei. Ich schätze mal, das Zeug dürfte noch unerschwinglicher sein als Luteas Aquarellfarben, es ist halt immer eine Frage der Perspektive.

Letztes Jahr hatte ich schon mal einen Künstler vorgestellt, der begeistert mit Hilfe des Oculus Rift malte, den klassischen Animationszeichner Glen Keane. Heute ist es Goro Fujita, der seinen roten Roboter und seine niedlichen Digital Painting Charaktere in den virtuellen Raum pinselt. Die Welt ist gross und wunderbar.

Und damit wünsche ich – leicht verfrüht, aber nicht weniger herzlich – ein schönes Wochenende!

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