Don’t draw what the character is doing. Draw what the character is thinking.

Ollie Johnston (1912 - 2008)

Hamburg unter sich

Der Comic wurde erstmals in der Juni-Ausgabe 2014 des Hamburg-Führers, eines kleinen, praktischen Stadtmagazins, veröffentlicht. Ursprünglich für den Druck angelegt, weicht er in Form und Format noch etwas ab; ich musste bei der Erstellung ja den Satzspiegel des Magazins einhalten.

Das Feedback war allenthalben sehr positiv und wohlwollend und ich fand Gefallen an dem Format. Das würde sich doch fortsetzen lassen, oder? Ich überlegte ein wenig, nahm mir meine Charaktere vor und schrieb auf, was für jeden typisch war, wie die jeweilige Geschichte dieser Baudenkmäler und Wahrzeichen der Stadt aussah, welche Geheimnisse sie haben, wovon sie wohl träumen, worüber sie sich miteinander unterhalten, wer gut miteinander auskommt und wer sich wohl nicht riechen kann.

Jede Folge entsteht übrigens zuerst ganz klassisch auf dem Papier, als Drehbuch mit 4-5 Seiten reinem Text. Dann beginnt die ins Skizzenbuch gescribbelte Planung der Umsetzung – welche Farben passen zur Stimmung der Folge? Lege ich die Folge besser im Hoch- oder Querformat an? Wo kommen die Sprechblasen hin? Das hängt in der Tat auch von den Dialogen ab. Da sich meine Protagonisten nicht bewegen können, muss ich sehr tricksen, um den Lesefluss in die richtigen Bahnen zu lenken. Ich habe fast immer deutlich mehr Spielraum, wenn ich die Folge vertikal anlege, der Rhythmus ist flotter und flüssiger. Die Lösung mit einem sogenannten „Slider“, bei dem jedes Panel seinen eigenen Starauftritt hat, bringt hingegen mehr Ruhe hinein, jedes Panel wirkt intensiver, das finde ich manchmal sehr viel passender.

Tatsächlich produziert wird dann in der Comiczeichensoftware Clip Studio Paint (bzw. Manga Studio 5 Pro EX, wie die Software im Rest der Welt heisst). Diese hat einige Vorteile gegenüber Adobe Photoshop, in erster Linie die Sprechblasenverwaltung, aber der Umgang mit Schriften gehört leider definitiv nicht dazu. Um zu spationieren und die Schriften so hinzustellen, wie ich sie haben möchte, importiere ich die Dateien dann doch noch in den Adobe Illustrator und anschliessend füge ich im Photoshop noch die Vögel und Vogelschwärme hinzu. Zum Schluss wird alles in eine kleinstmögliche Datei gestopft, um die Ladezeiten möglichst gering zu halten und dann online gestellt.

Zur ersten Folge geht es hier, alle Folgen in rückwärts chronologischer Reihenfolge sind hier.

Datum 2014-2018
Kategorie Comic, Digital
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